Weinbau mit Tradition und Geschichte

Die ersten deutschen Kaiser betrieben schon vor 1000 Jahren den Weinanbau von Saale und Unstrut. Danach kümmerten sich die Mönche des Klosters Schulpforta, gegründet 1137 um die hiesigen Weinreben. Im 16 Jahrhundert, der Blütezeit des Weinanbaues standen die Stöcke auf mehr als 10.000 Hektar Land. Durch die Veränderung des Klimas, die herrschenden Kriege im Land und die Wetterbedingten Missernte wurde der Weinanbau immer mehr verdrängt, durch neue Getränke von Übersee ersetzt.

1815 nach dem Wiener Kongress kam die Weinregion in preußischen Besitz und der Weinanbau erlebte wieder einen Aufschwung. Der hohe Einfuhrzoll und die strengen Kontrolle für Import-Weine sorgte dafür, daß sich die Weinreben wieder erholen konnten und in neuer Hülle und Fülle gedeihen konnten. 1834 fiel der Einfuhrzoll weg und neue Weinsorten eroberten das Land und heimische Weine und Produzenten wurden von dem Markt verdrängt. Um dagegen vor zu gehen gründete sich 1835 die Naumburger Weinbaugesellschaft, deren Mitglieder bemühten sich um bessere Anbaumethoden und Rebenzüchtung.

Der Weinbauexperte Adolph Thränhard gründete eine Handelsrebschule mit 166 Weinsorten. Ab 1887 machte die Reblaus das Leben der Winzer schwer, sie führte fast dazu, das der Weinanbau zum erliegen kam. Aber 1919 wurde in Naumburg die Biologische Reichsanstalt gegründet. Hier wurde nach einem Schädlingsbekämpfungsmittel geforscht. Dieses wurde 1923 in Deutschland zugelassen und der Kampf gegen die Reblaus wurde gewonnen.

Mühsam erholte sich der Weinanbau nach dem 2. Weltkrieg, aber erst Anfang der 60er Jahre dehnten sich die Weinanbaugebiete durch staatliche Förderung aus. 1986 beträgt die Rebfläche 480 Hektar Land aber nicht genug, nach den ganzen Strapazen der Winzer kam 1986/87 der Polarwinter von bis zu 30 Grad Celsius, der den größten Teil des Weinanbaues vernichtet.

Nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland ging es nur noch steil bergauf mit dem Weinanbau. Was lange wehrt wird gut.
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